Cuba: Zurück in die Vergangenheit (11.12. – 19.12.)

Varadero

der fast einsame Strand

Vom Backpacker Land Peru ins All Inklusiv Hotel nach Cuba! Ein Schock! Überall wird plötzlich überwiegend Deutsch gesprochen, auch zwischen dem Personal und den Gästen, was uns etwas verstört. Leider ist auch das Essen nicht der Renner… fast jeden Tag das Gleiche; Gewürze scheint der Koch leider auch nicht zu kennen. Die Salatbar ist einigermaßen genießbar und bei der Hitze ist das auch gar nicht so schlimm. Bei so einem Essensangebot kann man sich nur noch an den kostenlosen Getränken erfreuen. Doch wer sich zu Hause schon mal einen Cuba Libre gemacht hat, würde sich wahrscheinlich lieber von den Cocktails fernhalten und auch das Bier stehen lassen.

Am Strand nach dem Sonnenuntergang

Da wir es nun aber gebucht und bezahlt haben, müssen wir da durch :-). Daher nutzen wir das Angebot  trotzdem ausgiebig, da wir die Gedanken an Schnee und Eis, welche uns in Deutschland erwarten, verdrängen möchten. Im Gegensatz zu den kulinarischen Nachteilen unseres All Inklusiv Hotels des unteren Preissegments, ist der Strand relativ einsam für den touristischsten Ort in Cuba, was allerdings auch an den für Pauschaltouristen starken Windböen liegen könnte. Uns macht das nichts aus! Wir verbringen einige Tage lesend in unseren Liegestühlen und blicken gerne auf die „stürmische“ See (sieht aus wie in der Badewanne verglichen zum Pazifik bei den Galapagos Inseln). Außerdem haben wir ein schönes Zimmer mit Balkon und Meerblick, was den Aufenthalt etwas erträglicher macht. Es ist also nicht alles schlecht. 🙂

Der Pool bei Nacht (tagsüber nicht erwähnenswert)

Nach ein paar Tagen auf der faulen Haut wird es uns dann doch zu langweilig und wir beschließen die Unterwasserwelt zu erkunden. Mit Sauerstoffflasche auf dem Rücken gehen wir auf Entdeckungsreise. Langusten, Riesenmuscheln, Fischschwärme und Korallen bekommen wir zu Gesicht.

Che ist überall

Um unseren Blog weiter zu pflegen, gehen wir auf die Suche nach einem Internetcafé, denn die Preise in unserem Hotel mit 5 Dollar für eine halbe Stunde finden wir doch etwas befremdlich. Nach drei Stunden kehren wir ohne Ergebnis zurück. Außer alten Bauten, die direkt aus der DDR hier hingepflanzt wurden, und skurrilen Bürogebäuden, deren Fassaden mit Sprüchen über die Revolution und Che Guevaras Konterfei bemalt sind, finden wir nicht wie üblich ein Internetcafé neben dem Anderen für unseren schon selbstverständlichen Zugang zum Internet.

Marten passt sich auch optisch an

Internetfreundlich scheint Cuba nicht zu sein; so gehört dieses Land nach den Reportern ohne Grenzen auch zu den 13 „Feinden des Internets“. Normalerweise lesen wir uns ein, bevor wir ein neues Land besuchen, um eine grobe Vorstellung zu bekommen. Da wir keinen Reiseführer in Peru bekommen konnten, hatten wir keine konkrete Vorstellung, was es heißt, in einem kommunistischen Land zu sein. So langsam bekommen wir eine Ahnung davon. Verglichen dazu erscheinen uns die bisherigen bereisten Länder, wie Peru und Bolivien, modern und fortschrittlich. Allerdings sehen wir keinen einzigen Bettler während unserem Aufenthalt in Cuba. In Südamerikas Großstädten gehören sie leider schon zum Stadtbild. Der Staat sorgt in Cuba dafür, dass die Freiheit beschnitten wird oder erst gar nicht existiert, er sorgt aber auch bisher dafür, dass kein Mensch hungern und auf der Straße leben muss. Es scheint auch keine Kriminalität zu geben. (Aber alle vom Taxifahrer bis hin zum Strandverkäufer wollen natürlich an den Touristen verdienen.)

Habana 

es hat geregnet…

Nachdem wir eine Woche auf der faulen Haut lage geht es weiter in die Hauptstadt. Zunächst hatten wir vor mit dem Bus nach Habana zu fahren. Doch am Busterminal werden wir von ein paar Jungs abgefangen, die uns für beinahe den gleichen Preis mit dem „Taxi“ nach Habana fahren wollen.

dekadent teuer, aber GUT!!!

Nach kurzer Bedenkzeit steigen wir in ihr, mit einem Minibildschirm und fetter Anlage ausgestattetes, Auto. In einem sogenannten „Casa“, einer Art Minihotel von Privatleuten, etwas außerhalb des Stadtzentrums, schlagen wir unser Lager auf. Abends schlürfen wir Cocktails in der Bar Floradita, in der früher schon Ernest Hemingway zu den Stammgästen zählte. Danach schlendern wir durch die romantisch beleuchteten Gassen der Altstadt.

An unserem letzten Tag in karibischen Gefilden saugen wir bei einem Stadtbummel noch einmal die Fremde in uns auf. Es ist wie eine Zeitreise. Mit seinen verfallenen kolonialen Gebäuden und den 50 Jahre alten amerikanischen Straßenkreuzern versprüht Habana einen unvergleichlichen Charme.

das weiße Haus in Cuba?!

Auf dem Weg zur Zigarrenfabrik Partagas passieren wir das Capitol, welches dem Weißen Haus in Washington zum Verwechseln ähnlich sieht. In der ältesten Zigarrenfabrik Cubas nehmen wir an einer Führung teil. Hier wird noch alles von Hand gemacht, was auch die teuren Preise erklärt. Morgens wird wie schon seit Jahrzehnten aus der Zeitung und mittags aus einem Buch vorgelesen, während die Arbeiter an ihren Holzbänken sitzen und Zigarren drehen. Um noch etwas Geld nebenher zu verdienen werden uns mehrmals, sogar von unserem Guide in der Fabrik, Zigarren zu einem sehr günstigen Preis angeboten, die die Arbeiter wahrscheinlich heimlich als „Schüttverlust“ abzwacken.

Vom Stadtzentrum aus schlendern wir auf einer Promenade Richtung Meer. Angesprochen auf Martens Hut kommen wir mit einem kubanischen Pärchen ins Gespräch. Schließlich laden sie uns zu sich nach Hause auf einen echten kubanischen Kaffee ein.

wie damals…

Der Wohnkomplex ist äußerst heruntergekommen, wie fast alles, was in staatlichen Händen ist. Im kleinen Wohn- und Kochzimmer machen wir es uns auf dem Sofa bequem. Sie fragen uns, ob wir noch Kleidung und Schuhe für sie hätten, die wir nicht mehr bräuchten. Tatsächlich haben wir Klamotten und Schuhe, die wir wegwerfen wollten und die schon fast zu abgenutzt zum Verschenken sind. Doch sie versichern uns, dass sie alles gebrauchen können. Er arbeitet in einem Krankenhaus als Techniker und verdient 18 Dollar im Monat, vom Staat ausgezahlt in Peso Cubano, der „Staatswährung“. Nebenher hat er wie fast alle Kubaner noch zwei andere Jobs. Er träumt davon einmal das Oktoberfest zu besuchen.

Geile Häuser und geile Autos in Habana!!

Die andere Währung ist der Peso Convertible, welcher dem Dollar entspricht. Reich ist nur, wer im Tourismus, zum Beispiel als Taxifahrer arbeitet, wo mit Pesos Convertibles bezahlt wird. Auf der Straße kann man für fünf Pesos Cubanos, also umgerechnet 20 Dollar Cent, ein Sandwich kaufen. In den touristischeren Teilen der Stadt gibt es Cocktails für bis zu 6 Dollar und Menüs zwischen 6 und 30 Dollar – eine Welt, die für fast alle Kubaner verschlossen bleibt, wenn sie nicht 1/3 ihres Monatsgehalts für ein Getränk ausgeben wollen. In Cuba herrscht für die normale Bevölkerungsschicht Mangel an fast allem. Darum fahren auch heute noch die für Cuba bekannten amerikanischen Schlitten durch die Straßen. Jedoch findet man hier kaum Analphabetismus, die Lebenserwartung ist relativ hoch und das Gesundheitssystem relativ gut (verglichen mit den karibischen Nachbarn).

kubanische Zigarre am karibischen Meer, was will man mehr?!

Schweren Herzens packen wir abends unsere Rucksäcke und fahren mit unseren letzten Pesos mit dem Taxi zum Flughafen. Auf dem Weg dorthin erfahren wir, dass man pro Person eine Flughafensteuer von 25 Pesos Convertibles bezahlen muss, um ausreisen zu können. Mist! Wir haben kein Bargeld mehr. Zu allem Überfluss spuckt Annas Kreditkarte seit heute Mittag kein Geld mehr aus. Martens Geld ist längst wegen günstigerer Auszahlungsbedingungen auf Annas Karte transferiert worden. Will uns der Reisegott, falls es ihn denn gibt, damit sagen: “ bleibt hier, euer Trip ist noch nicht zu Ende“? Möglicherweise. Letztlich finden wir einen freundlichen Herrn aus der ehemaligen DDR, welcher mit uns im Flugzeug sitzt und uns 20 € leiht. Mit diesem Geld und unserer letzten eisernen Reserve, einem 20 € Schein, gehen wir zur Wechselstube und bekommen unsere benötigten 50 Pesos. Jetzt können wir ausreisen. Aber wollen wir das überhaupt?


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ˌmɑtʃu ˈpiktʃu, auf den Spuren einer ausgelöschten Hochkultur (28.11. – 10.12.)

Der Luxusliner und die Quelle des Amazonas

Von Puno geht es mit dem mega Luxusliner von Cruz del Sur nach Cusco. Per Knopfdruck kann man sich eine Inka-Cola an den Platz bringen lassen. Bei insgesamt acht Touristen besteht jedoch kaum die Gefahr, dass sich unser Guide, Kellner und Mädchen für alles im feinen Zwirn überarbeitet. An verschiedenen Ruinen aus der Inka- und Prä-Inkazeit sowie der Quelle des Amazonas machen wir Halt. Mittags gibt es das zweitbeste Buffet unserer Reise.

Inka Trail

genaue Karte gibt’s hier 

1. Tag km 82 (2600 m) – Wayllabamba (3000 m) (12 km)

Die Crew

Um halb sechs Uhr morgens werden wir in unserem Hotel abgeholt. Nach und nach füllt sich der Bus mit anderen Wanderern. In Ollantaytambo, einem netten kleinen Dorf, gibt es ein Frühstücksbuffet bei dem wir ordentlich reinhauhen. Danach geht es mit dem Bus weiter zu unserem Startpunkt bei km 82. Dort nehmen die Träger das Gepäck von Anna auf, welches übrigens streng kontrolliert wird. So befinden sich überall auf der Strecke Checkpoints, bei denen das Gepäck der Träger gewogen wird. Mehr als 25 Kilo pro Träger sind verboten. Marten will sein Gepäck natürlich selbst tragen. Dieses erreicht  zwischenzeitlich, aufgrund von Wasser- und Biervorräten, ein Gewicht von mehr als 20 Kilo.

starke Träger

Unsere 16 Personen zählende Gruppe, alle im Alter von Anfang 20 bis Mitte 50, die neben zwei Holländern, einem Engländer, einer Amerikanerin und uns beiden Deutschen überwiegend aus Australiern besteht, schnürt ihre Rucksäcke und nimmt den Inka Trail in Angriff. Nach einem gemütlichen Marsch, den wir kurz für die Betrachtung der Ruinen Lactapata unterbrechen, gibt es Mittagessen. Wir sind total baff, als uns ein drei Gänge Menü in einem Zelt mit Höckerchen und einem langen Tisch serviert wird. Dies befindet sich im Gegensatz zu unserem Trek in Huaraz, wo wir mittags lediglich ein Fresspaket und abends Reis mit Hühnchen bekamen, etliche Ligen höher.

Erste Ruine auf der Wanderung: Lactapata

Kulinarisch wird man hier, ob man es glaubt oder nicht, mit knackigem Gemüse, Hühnchen im Teigmantel, Pizza und sogar Geburtstagskuchen verwöhnt. Und das alles in einer Campingküche ohne Ofen! Aber wir sind eben auf dem Inka Trail, da wird nicht gekleckert sondern geklotzt. Mit vollem Magen bewältigen wir die restlichen Kilometer nach Wayllabamba, in die erste Zeltstadt. Hier befinden sich sogar echte Toiletten, die allerdings nur aus einem Loch bestehen, keinen besonders einladenden Duft verströmen und auch dementsprechend aussehen.

2. Tag Wayllabamba (3000 m)- Pacaymayu (3600 m) (11 km)

Dead Womans Pass

Heute sollte das härteste Teilstück auf uns warten, da wir den so genannten Dead Womans Pass mit einer Höhe von 4200 m überqueren müssen. Marten nimmt dies als sportliche Herausforderung und läuft mit seinem Rucksack sogar schneller als die Träger, die wirklich einen Affenzahn drauf haben, da sie vor den Touristen ankommen wollen, um die Zelte und das Kochequipment aufzubauen.

Küche und Esszimmer im zweiten Camp

Oben angekommen lässt er seinen Rucksack stehen, steigt wieder hinab, um der leider durch Krankheit etwas geschwächten Anna zu helfen. Nach der Passüberquerung geht es zum Glück nur noch bergab nach Pacaymau, wo wieder ein vorzügliches Mahl für uns zubereitet wird.

3. Tag Pacaymau (3600 m) – Winay Wayna (2700) (16 km)

Kate und Anna beim Abstieg auf der Inkastraße

Heftige Magenschmerzen zwingen Marten früh Morgens aus dem Zelt. Während Anna nun gesund scheint und langsam in Topform kommt, hat es Marten anscheinend voll erwischt. Mit 16 Kilometern wartet der längste Tag heute auf uns. Noch fühlt sich Marten halbwegs in Ordnung.

Vorbei an den Ruinen Runkurakay und Saycamarca geht es auf der originalen Inkastraße hinab in einen vernebelten und geheimnisvollen Bergurwald. Bei Marten lassen die Kräfte nach und es geht ihm nur noch darum ins Zelt kriechen zu können, sodass er die Ruinen von Saycamrca kaum geniessen kann. Er schlägt auch den direkten Weg zum Zeltplatz ohne, wie Anna und der Rest der Truppe, noch die Ruinen von Winay Wayna zu besichtigen. Für ihn zieht sich der Weg immer weiter in die Länge und er glaubt schon gar nicht mehr jemals anzukommen. Irgendwann, nach steilem Abstieg und verwirrender Suche nach dem richtigen Camp, fällt er ins Zelt.

Marten mag nicht mehr

Anna geniesst zum letzen mal eine köstliche Mahlzeit aus der Campingküche und verbringt einen vergnüglichen letzten Abend im Gemeinschaftszelt. Das von Marten mühselig den Berg raufgeschleppte Bier wird jetzt leider ohne ihn vernichtet, während eine Runde Mafia gespielt wird (auch Nacht in Palermo oder Werwolf genannt).

Nachts bricht ein stürmisches Gewitter, mit hellen Blitzen und krachendem Donner, aus. Während der Regen unermüdlich auf die Zeltplanen trommelt, versuchen wir uns noch tiefer in unsere Schlafsäcke zu verkriechen und hoffen, dass das Zelt dicht hält.

4. Tag  – Winay Wayna (2700 m) – Machu Picchu (2400 m) (6 km)

Ankunft am Sonnentor

Die Zeltplane hat dicht gehalten und so werden wir um halb vier Uhr nachts geweckt und können trocken auf die letzte Etappe gehen. Wir packen alles zusammen und stellen uns mit 500 anderen Wanderern am letzten Kontrollpunkt, welcher erst um halb sechs seine Tore öffnet, an. Endlich sind wir an der Reihe, bekommen den begehrten Stempel in unseren Pass und werden auf die letzten Kilometer losgelassen. Nach einem flachen ersten Abschnitt folgen plötzlich steile und hohe Stufen.

Machu Picchu

Oben angekommen bietet sich uns ein atemberaubender Blick auf eine große, weit entfernte, von Wolkenfetzen teilweise verdeckte, im Morgennebel gehüllte Ruinenanlage: Machu Picchu!  Mystisch liegt die alte Inkastadt vor uns. Vor genau 100 Jahren entdeckte der britische Archäologe Hiram Bingham die damals noch vom Dschungel überwucherten Ruinen, als er auf der Suche nach der sagenumwobenen Inkastadt Vilcabamba war.

einzigartige Bauweise

Vom Sonnentor Inti Punku geht es nur noch bergab. Übermüdet und erschöpft lauschen wir unserem Guide bei seinen Ausführungen über die Geschichte Machu Picchus. Dem ein oder anderen fallen dabei die Augen zu. Wir spazieren durch die Anlage, inspizieren den Sonnentempel und die Sonnenuhr und staunen darüber, wie Menschen an einem solch schroffen Ort eine Stadt errichten konnten. Bis heute rätseln Wissenschaftler darüber, warum sich die Inkas an einer so schwer zugänglichen und abgelegen Stelle niederliessen. Das es ein magischer Ort ist könnte einer der Gründe sein.

(Inka = Herrscher der Quechua-Kultur, also richtig ist eigentlich die Quechuas und nicht die Inkas)

Erstmal was trinken nach der anstrengenden Wanderung

Cusco again

Weg vom Plaza de Armas zu unserem Hostel: 30 Sekunden

In Cusco, der ehemaligen Hauptstadt der Inkas besichtigen wir die damalige Schaltzentrale Coricancha. Doch bei uns macht sich so langsam eine gewisse Ruinenmüdigkeit breit. Kein Wunder, da Machu Picchu wirklich alles in den Schatten stellt. Lieber schlendern wir durch die Gassen, vorbei an alten Inkamauern auf die die spanischen Eroberer ihre Bauwerke errichteten. Diese sind bei zahlreichen Erdbeben eingestürzt. Dagegen trotzten die Inkamauern jedem noch so schweren Beben und weisen keinerlei Spalten oder Risse auf.

Der zwölfeckige Stein

Plaza de Armas in Gold getaucht

Weihnachtsdekoration in Cusco

Lima 

Um eine 24 stündige Busfahrt zu vermeiden, setzen wir uns in den Flieger nach Lima. In Miraflores, dem Konsum- und Touristenviertel, befindet sich unsere Unterkunft zwischen Bars, Restaurants und Fastfoodketten. Abends sind wir mit Angelina, einer Peruanerin, die wir an der Busticketschlange in Huaraz kennengelernt haben, und ihrem Freund verabredet. Wir ziehen um die Häuser und tanzen in einer Disco, welche eher einer Hausparty ähnelt, zu Musik, die in Europa vor zehn Jahren aktuell war. Ein würdiger Abschluss für Peru.

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Es wird geheiratet (18.11. – 27.11.)

Puno

Wallfahrtskirche in Copacabana

Wegen den weltberühmten Islas Flotantes tummeln sich im hässlichen Puno die Touristenmassen. Wir entscheiden daher nach Bolivien rüber zu machen, um der Isla del Sol einen Besuch abzustatten.

Copacabana

Zunächst quartieren wir uns jedoch in Copacabana, einem Wallfahrtsort nach dem auch ein berühmter Strand in Brasilien benannt ist, ein. Hier sieht man jeden Tag wie mit Blumen geschmückte Autos vor der Kirche Halt machen, um für eine sichere Fahrt gesegnet zu werden. Dies geschieht nicht ohne Knallkörper, Schampusspritzereien und natürlich reichlich Alkohol. Es gibt sogar einen Priester, welcher die Autos mit Weihwasser besprüht. Die Pilger besteigen auch gerne noch den Cerro Calvario, den Hausberg von Copacabana, wo es nicht weniger feuchtfröhlich zugeht.

Tor für mehr Sicherheit auf der Strasse?

Schampus für mehr Sicherheit!

Isla del Sol

steile Inkatreppe

Mit einem Slowboot geht es wirklich ultra langsam in Richtung der nicht so weit entfernten Isla del Sol. Im Norden der Insel in dem Ort Yumino gehen wir an Land. Nachdem wir die Inkatreppe bewältigt haben, arbeiten wir uns immer weiter Richtung Süden. Uns kommen immer wieder andere Touristen entgegen, die den umgekehrten Weg genommen haben. Da wir so gut wie die einzigen sind, die von Norden nach Süden wandern, finden wir den Sonnentempel am Südende der Insel ohne Touristen vor. Nur ein paar Einheimische scheinen dort irgendeine Zeremonie vorzubereiten.

Wunderschön

Wir wollen uns schon aus dem Staub machen um nicht zu stören, als uns eine ältere Dame dazu auffordert doch bei der Hochzeit ihres Sohnes dabei zu bleiben und ganz viele Fotos zu schiessen. Das lässt sich Marten nicht zweimal sagen. Als exotische Ausländer sind allerdings auch wir ein beliebtes Fotomotiv und die halbe Familie lässt sich mit uns ablichten.

Hochzeitsgesellschaft mit den Touristenpack

Der bewegenden Hochzeitszeremonie dürfen wir beiwohnen und bekommen anschliessend ein alkoholisches Getränk, dessen erster Schluck für Pachamama (Mutter Erde) ist bevor wir den Rest vernichten dürfen. Danach macht sich die Hochzeitsgesellschaft auf nach La Paz und wir uns auf nach Challapampa, einem kleinen verschlafenen Dorf mit Sandstrand, indem nur ein Restaurant geöffnet zu haben scheint.

Das Brautpaar mit der Mutter des Bräutigams

Das einzige,  dass einen daran hindert zu glauben man sei am Mittelmeer, sind die Lamaherden, die unglaublich tief hängenden Wolken und die schneebedeckten Berge, wenn die Wolken mal verschwunden sind.

Ansonsten ist das Wasser türkis-blau und auch nachmittags stimmen die Temperaturen durchaus mit denen am Mittelmeer überein. In einer schönen aber rustikalen Herberge verbringen wir die Nacht für umgerechnet 2 Euro pro Person. Am nächsten Morgen versuchen wir ein Schiff zurück nach Copacabana zu ergattern. Doch da es so scheint, dass wir die einzigen Passagiere sind, lohnt es sich nicht für den Kapitän in See zu stechen. Lost in Challapampa? Mit der Zeit finden sich, Gott sei Dank, doch noch einige Passagiere ein. Wir legen etwas verspätet ab, aber erreichen zum Glück noch den Bus um 13 Uhr nach La Paz.

Ein Traum

La Paz

La Paz von oben

Über eine flache und karge Hochebene geht es Richtung La Paz. Zunächst durchqueren wir das auf über 4000 m gelegene El Alto. Mit einer Einwohnerzahl von knapp einer Millionen ist es größer als das tiefer gelegene La Paz selbst.

Unsere Reisebegleitung in La Paz

In den letzten Jahren erfuhr es einen starken Zustrom der Landbevölkerung, welche sich ein besseres Leben in der Stadt erhoffen. Hier befindet sich auch der am höchsten gelegene internationale Flughafen der Welt mit einer extra langen Start und -Landebahn. Um hier landen zu dürfen benötigen die Piloten eine zusätzliche Ausbildung.

schmale Gassen gibt es hier viele

Im Bus treffen wir auf zwei alte Bekannte Shirine und Phillipe, die wir aus Vilcabamba in Ecuador kennen. Klein ist die Welt der Backpacker.

Mit ihnen ziehen wir durch die  Klamottenläden und  Sushirestaurants. Am ersten Tag wurde unser Streifzug durch die Straßen von La Paz durch einen apokalyptischen Regenguss unterbrochen. Wir harren beinahe eine Stunde in einem Lederwarengeschäft aus und staunen über den reißenden Fluss zu dem die Straße geworden war.

Lamaembryos auf dem Witchmarket in La Paz

schon geschlüpfte Lamababies, auch getrocknet

Plaza in La Paz

Besen zu verkaufen!

Ausblick aus unserem Hostel in La Paz

Los geht's!

Um der Stadtluft ein wenig zu entfliehen, begeben wir uns auf eine Radtour der besonderen Art. Es soll auf die wohl bekannteste Downhill Strecke Südamerikas oder vielleicht der ganzen Welt gehen. Ausgerüstet mit martialisch aussehendem Outfit geht es von 4700 m auf unseren vollgefederten Mountainbikes auf anfangs asphaltierter Straße Richtung Tal durch eine Nebelwand.

ganz am Rand fühlt sich Anna wohler

Dann biegen wir rechts ab auf eine Schotterpiste, die sogenannte Death Road, welche bis vor ein paar Jahren noch als Hauptverbindung in das Tiefland diente. Damals starben jährlich ca. 200 bis 300 Menschen bei Verkehrsunfällen. Zahlreiche Kreuze entlang der Strecke zeugen von dieser Zeit. Aber leider sterben auch immer wieder einige der unvernünftigen Touristen, die einfach viel zu schnell die schmale Straße hinunterrasen und anstatt die Kurve zu nehmen geradeaus in die Tiefe fahren.

Marten muss wie immer übertreiben und ganz nah an die Klippe gehen

Durch den Nebel fahren wir los, immer schön auf der rechten Seite denn auf der linken geht es meist hunderte Meter senkrecht in die Tiefe. Es ist unvorstellbar, dass auf dieser Straße früher Reisebusse und Lastwagen sich auf teilweise drei Meter breiten Stellen entgegengekommen sind. Da wundert es einen schon fast, dass nicht noch mehr Menschen auf dieser Straße ihr Leben lassen mussten.

Photopause

Wurde am Anfang die Bremse noch verkrampft umklammert wird sie nun immer lockerer gelassen. Ein unglaublicher Nervenkitzel auf eine Kurve zuzuschießen, wenn man weiß: Bei Bremsversagen war’s das dann! Keine Bremse hat versagt und so erreichen wir sicher und glücklich Coroico auf 1200 m. In den drei Stunden der Adrenalinausschüttung und einer Strecke von insgesamt 65 km fahren wir von einer kargen Berglandschaft hinab in den üppigen Dschungel, von eisiger kälte in drückende Hitze.

Nach einem Bad im Pool und einem schlechten Buffet geht es auf der neuen und längeren Straße zurück nach La Paz.

Ausgerüstet mit Helm und Schutzanzug

Islas Flotantes und Taquile

Schilfinsel auf dem Titicacasee

Zurück nach Puno geht es am übernächsten Morgen. Da wir einen Tag später dort ankommen als geplant, müssen wir eine Tagestour auf die Inseln machen anstatt dort eine Nacht zu verbringen. Zunächst geht es zu den Urus.

Lecker, lecker!!

Diese sahen sich vor Jahrhunderten dazu gezwungen wegen anderer kriegerischer Völker auf den See zu fliehen. Dazu erbauten sie aus Schilf schwimmende Inseln. Schilf ist im übrigen nicht nur als Baumaterial für Häuser und Boote sondern auch als Nahrungsmittel für die Urus von großer Bedeutung.  Nachdem wir zwei Stangen Schilf verputzt hatten und gerade so darum herum gekommen sind uns überteuerte Souvenirs andrehen zu lassen, geht es mit dem Boot weiter nach Taquile, einer Insel die für ihre strickenden Männer bekannt ist.

Auch Marten findet's gut

Dort sieht man diese auf dem Marktplatz mit ihren lustigen, an Schlafmützen erinnernden, Kopfbedeckungen stricken, während die Frauen entweder spinnen oder ihren Webarbeiten nachgehen. Laut der Einwohner von Taquile gewannen sie bei der „Weltmeisterschaft für Handwerkskunst“ in New York kürzlich den Titel. Aus diesem Grund sind möglicherweise die lustigen Mützen auch so teuer. Da es auf Taquile keine Lamas oder andere Lasttiere gibt müssen die Menschen alles selbst schleppen.

Weiter geht's über den See

Dabei tragen sie bis zu 60 Kilo auf ihrem Rücken! Doch bei all der Schlepperei haben sie trotz zwei Kisten Bier oder 40 Kilo Nudeln auf dem Rücken noch Kraft für einen kleinen Plausch beim beschwerlichen Weg hinauf. In Europa wäre das unmenschlich, hier ist es seit Jahrhunderten so.

Frau spinnt

Mann strickt

Wunderschöner Ausblick von der Insel

sooo blau!!

Zurück zum Festland, immer an Deck, auch wenn's kälter wird

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Von einer Oase zur naechsten (12.11. – 17.11.)

Huacachina

Laguna de Huacachina am Morgen

Nach einer langen Nachtfahrt nach Lima hüpfen wir am Morgen direkt in den nächsten Bus nach Ica. Zum Glück sind es diesmal „nur“ fünf Stunden Fahrt. Von dort geht es mit dem Taxi nach Huacachina, einer kleinen Oase in der Wueste, welche ziemlich nah an der Pazifikküste liegt und von vielen grossen Duenen umgeben ist. Der Ort wurde damals um die Laguna de Huacachina fuer reiche Peruaner als Luxusresort angelegt. Heute ist es nur noch ein grosser Gringospielplatz. Man sieht eindeutig viel mehr Touristen als Einheimische, da hier nur ca. 200 Menschen leben. Wie fuer Wuesten typisch, ist es auch hier tagsüber unglaublich heiss und nachts bitter kalt.

Unser Strandbaggy

Fuer den nächsten Tag haben wir eine Sandbuggyfahrt und Sandboarden geplant. Angeschnallt in einem Wagen mit Ueberrollbuegel geht es los. Unser Fahrer geht richtig ab und gibt Gas. Wir fliegen ueber die Duenen und hüpfen auf und ab. Nebenbei erfahren wir, dass unser Fahrer richtige Rueckenprobleme hat. Dann halten wir an einer kleinen Duene und probieren erstmal aus wie es so ist auf einem Board den Sand runterzugliden.

Oase zwischen den Sandduenen

Fuer Speedjunkies empfiehlt es  sich, sich mit dem Bauch auf das Brett zu legen, anstatt es wie beim Snowboarden zu probieren. Nach der Proberunde geht es zur nächsten richtigen Duene,  mit einer Hoehe von 250 m und einer gefühlten 90 Grad Neigung. Die ersten kneifen nun, doch wir wagen uns aufs Brett. Wir sausen die Sanddüne nun auf dem Bauch liegend mit fast 80 km/h runter. Unglaublich schnell, doch wir wollen mehr. Wir fahren noch mehrmals diese und andere Duenen runter.  Es ist einfach berauschend. Nach dieser ganzen Adrenalinausschuettung geniessen wir noch den Sonnenuntergang in der Wueste. Unglaublich schoen.

Abends fahren wir mit dem Nachtbus direkt weiter nach Arequipa.

Arequipa

Gasse im Kloster Santa Catalina

Nach der mehr oder weniger entspannten Fahrt informieren wir uns gleich am Morgen nach den besten Ausflügen in den nahegelegenen Colca Canyon. Leider geht die dreitägige Tour mit der Agentur, die wir uns ausgesucht haben, schon am nächsten Morgen los. Daher haben wir nicht viel Zeit um die Sehenswürdigkeiten der Stadt zu erkunden. In kurzer Zeit hetzen wir durch das berühmte Kloster „Monasterio de Santa Catalina de Siena„.

Ein Kloster so schoen, da wird sogar Anna zur Nonne ("niemals" (O-Ton Anna))

Dieser Gebäudekomplex ist unglaublich beeindruckend und riesengroß. Anschliessend besuchen wir noch das Mädchen Juanita aus dem Eis. Diese junge Frau wurde von den Inkas auf dem Ampato auf ueber 5000 m geopfert.

Lampe im Kloster

Wunderschoene Beleuchtung des Plazas de Armas

Colca Canyon

Diese Tour stellt den kompletten Gegensatz zu unserem Trek in Huaraz dar. Waehrend die in Huaraz spottbillige Tour ( ca. 80 € fuer 4 Tage all inclusive ) mit jungen Backpackern und einem besoffenen Guide am ersten Tag war, es Informationen nur auf Nachfrage gab und absolut keine Englishkenntnisse seitens der Guides vorhanden waren, haben wir hier das Luxuspaket gebucht. So bestand  unsere Truppe unter anderem aus einem New Yorker Anwalt, Aerzten und Lehrern. Wir waren mit Abstand die jüngsten und die einzigen mit Spanischkenntnissen. Aber durch das unschlagbare Argument des Umweltschutzes, welchen wir dadurch unterstützen, war es uns das Geld wert (wir verschweigen an dieser Stelle lieber den genauen Betrag).

Tag 1

Steinwald

Unseren ersten Stopp machen wir auf der kargen Hochebene, wo ausser ca. 7000 Vicunas sich kaum ein wildes Tier herumtreibt. Deren Wolle die weicheste und deshalb auch teuerste der Welt ist.Von den schlanken Bergbewohnern der Anden geht es weiter zu seltsamen Felsformationen, die einem Wald aus Stein ähneln. Vulkanisches Gestein wurde tausende Jahre lang Wind und Wetter ausgesetzt wodurch dieses bizarre Labyrinth geschaffen wurde. Bei unserer Weiterfahrt fallen uns ein Haufen festlich geschmückter Lamas, inklusive peruanischer Flagge auf. Diesen Aufzug muessen die Tiere nicht etwa wegen der Touristenscharen tragen, sondern wegen eines lokalen Festes. Ueberhaupt tragen eigentlich alle Einheimischen ihre Trachten, welche von Region zu Region unterschiedlich sind, aus Stolz und nicht um ein exotisches Fotomotiv zu sein.

Lama in Tracht

Maedchen in Tracht

Windig

In Chivay gibt es ein göttliches Buffet mit feurigen gefüllten Paprika und Alpakafleischspiessen. Mit vollem Magen geht es im Minibus weiter. Zur Verdauung gibt es eine kurze Wanderung zum menschenleeren Cruz del Condor, allerdings ohne Kondore. In Cochabamba bleiben wir fuer die Nacht, um von dort am nächsten Morgen in den Colca Canyon hinabzusteigen. Wir schlafen diese Nacht in dem luxuriösesten Hotel auf unserer ganzen Reise.

Am Cruz del Condor ohne Touristenmassen

In Cochabamba

Tag 2

Abstieg

In knapp drei Stunden steigen wir ueber tausend Meter in die Tiefe. Als Ziel dient uns ein grüner Fleck inmitten der Felsen, eine Oase mit Palmen Swimming Pool und einem Meer aus Blumen. In Hängematten oder auf der grünen Wiese wird erstmal entspannt. Fuer diejenigen, die noch Energie haben, geht es zur Brücke, wo wir den Canyon überqueren, um zum Bergdorf Malata auf der anderen Seite zu gelangen. Hier gibt es  Strom und manche Familien haben sogar einen Kühlschrank. Dieser musste allerdings innerhalb von drei Tagen und unter dem Einsatz von zehn Männern aus Cochabamba hergeschleppt werden, da er viel zu schwer fuer einen Esel ist. Unter anderem leben die örtlichen Frauen vom Sammeln von kleinen Tierchen, welche an die Pharmaindustrie zur Make-Up Herstellung verkauft werden.

Die Oase in Canyon

Relaxen ist angesagt

Colca Canyon

Make-Up Tier auf Kaktus

Tag 3

Vor Sonnenaufgang

Heute geht es ganz früh los! Um 4:30 Uhr werden wir geweckt. Es gibt Pancakes im dunkeln. Danach machen wir uns an den Aufstieg. Es gilt ueber 1000 Hoehenmetern im zick zack Kurs zu überwinden. Dies gelingt uns trotz der frühen Morgenstunden und dank kontinuierlichen Laufens doch ganz gut. Weiter geht es zum Cruz del Condor.

Mitreitgelegenheit gesucht

Diesmal mit Horden von Tagestouristen und zwei Kondoren. Wie auf Bestellung nimmt einer auf dem typischen Felsen fuer 20 Minuten Platz, um dann seine breiten Schwingen auszufahren und davon zu segeln, obwohl er mit bis zu 15 Kg zu den schwersten Vögeln der Welt zaehlt.

Um unsere mueden Knochen zu pflegen, geht es noch fuer eine Stunde in heisse Thermen bevor wir uns wieder ueber das köstliche Buffet in Chivay hermachen.

ein Kondor

putzig und immer mit Hut

Mit dem Minibus geht es direkt weiter Richtung Puno. Der Weg führt uns durch eine wunderschöne Landschaft, vorbei an Bergseen mit tausenden Flamingos auf Nahrungssuche.

geschorene Alpakas

Die kleinen Punkte sind Flamingos

Ein Kommentar

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Huaraz und die Wanderung durch die Cordillera Blanca (03.11. – 11.11.)

Gletscher Pastoruri mit duesterem Himmel

Wir kommen früh morgens nach einer langen Fahrt im Super VIP Bus in Huaraz, in der Cordillera Blanca, an. Nach einem entspannten ersten Tag und der Erkundung der Stadt geht es am nächsten Tag zum Pastoruri Gletscher. Auf der Fahrt kommen wir an einer Reihe von Puya Raimondi Pflanzen vorbei, die zu der Familie der Ananas gehören. Sie werden bis zu 12 m hoch und haben den laengsten Bluetenstand der Welt (bis zu 8 m).

Riesenananas Puya Raimondi

Nachdem wir uns mit dem Auto hoch in die Berge schlängeln geht es ab 4900 m zu Fuss weiter bis auf 5200 m. Die Luft ist auf dieser Höhe doch schon ganz schoen duenn und einige brechen die Wanderung ab oder greifen auf die Unterstützung von Mulis zurück. Wir schaffen es dank der Coca Blaetter bis zum Gletscher. Leider schmilzt dieser immer weiter und wird wohl bald nicht mehr existieren.

Der Gletschersee auf 5200 m

Teile des Sees sind gefroren

Regenbogen ohne Sonne und Regen?

Abends entscheiden wir uns spontan die viertägige Wanderung durch die Cordillera Blanca, den berühmten Santa Cruz Trek, mit Start am naechsten Morgen mitzumachen. Dies ist eine der berühmtesten und schönsten Wanderungen im Hochgebirge von Peru oder manche sagen sogar der ganzen Welt.

Tag 1

Marten an der Lagune

Am nächsten Tag um 6 Uhr stehen wir vor unserem Hostel und warten auf das Colectivo, welches uns zum Beginn der Wanderung bringt. Nach einigen Stunden im Mini-Bus und der Besichtigung der Laguna Llanganuco kommen wir in dem kleinen Ort Vaqueria an und starten sofort mit der Wanderung, nachdem die Mulis mit unserem Gepäck beladen wurden.

Los geht´s in die Berge

Wir kommen abends zu unserem ersten Zeltplatz, welcher auf 3800 m liegt. Es ist schon ziemlich kalt und wir ahnen was nachts auf uns zu kommt. Nach dem eher minimalistischen Abendbrot gehen wir alle ca. um 20 Uhr ins Bett. Da es stockdunkel und kalt ist, bleibt uns einfach nichts anderes übrig. Es regnet und gewittert unglaublich diese Nacht, was schon etwas beängstigend sein kann, so weit weg von der Zivilisation. Zum Glück haben wir es geschafft, das einzige Zelt auszuwählen, was dicht gehalten hat. Alle anderen hatten kleine Flüsse in ihren Zelten und muessen versuchen am nächsten Tag ihre Kleidung zu trocknen.

Erster Campingplatz

(Es handelt sich übrigens bei allen Zeltplätzen um einfache flache Wiesenflaechen ohne irgendwelche sanitären Anlagen. Es gibt nur Natur!!)

Schafsblockade

Ziegen

Tag 2

Auf dem Pass Punta Union (KALT!!)

Um 6 Uhr muessen wir aufstehen. Da wir die einzigen sind, die einen Wecker dabei haben, liegt es an uns die ganze Gruppe von 14 Teilnehmer aus aller Welt zu wecken. Marten macht einen super Job. Wir kommen rechtzeitig um 7 Uhr los und starten den anstrengendsten Tag. Es geht von 3800 m auf 4750 m zum Punta Union. Es ist unglaublich kalt auf diesem Pass und wir laufen schnell wieder bergab auf der anderen Seite zum nächsten Schlafplatz, welcher auf 4200 m liegt. Anna konnte die letzte Nacht schon nicht gut schlafen, obwohl sie alle Kleidung angezogen hat, die sie dabei hatte und unsere beiden Schlafsäcke verwendet.

Wasserfall im Nebel beim 2. Camp

Wir haben uns vorsorglich mit etwas Rotwein eingedeckt und machen uns daraus einen leckeren Glühwein mit den Mitteln, die wir so in den Bergen zur Verfuegung haben. Leider sind wir die einzigen, die daran gedacht haben etwas zu trinken mitzubringen, daher teilen wir mit den restlichen 12 Wanderern und bekommen so nur einen kleinen Schluck ab. Mit Muetze, Handschuhen und alles was die Klamotten hergeben, legen wir uns ins „Bett“ (eher gesagt auf den Boden). Es ist soooo kalt (- 8 Grad oder so), dass Anna die ganze Nacht zittert und mal wieder nicht schlafen kann. Marten hat übrigens einen geliehenen Daunenschlafsack, der unglaublich warm haelt.

Tag 3

morgens in den Anden

Am nächsten morgen dürfen wir etwas laenger schlafen, da wir gezeigt haben, dass wir einen flotte Truppe sind. Daher geht es erst um 7:30 Uhr los mit der Wanderung. Wir laufen den ganzen Tag bergab in dem wunderschönen Tal. Die Sonne scheint und es ist einfach traumhaft. Schon mittags erreichen wir unser nächstes Camp.

Kuh steht im Wasser

Wir sind viel zu frueh und haben daher eine Menge Zeit uns endlich mal im Fluss zu waschen und zu entspannen. Zum Glück schlafen wir dieses Mal nur auf 3300 m und hoffen daher, dass es etwas waermer wird. Diese Nacht wird so gemütlich, dass das Aufstehen am nächsten Tag noch schwieriger wird.

Esel

Marten waermt sich auf

Sonnenuntergang in den Bergen, auch schoen

Vollmond

Tag 4

"unsere Badewanne" am Morgen

Am letzen Tag des Treks geht es hoch und runter nach Cashapampa, was auf 2900 m liegt. Wir werden in diesem Ort von einem Colectivo aufgelesen und nach Huaraz gebracht. Erschöpft und glücklich, die doch etwas anstrengende Wanderung geschafft zu haben, fallen wir in unserem Hostel ins richtige Bett, nachdem wir eine heisse Dusche genommen haben.

die Wandergruppe

Den nächsten Tag wollen wir einfach entspannen und besorgen uns daher ein Busticket fuer den nächsten Abend nach Lima. Nach einem entspannten nächsten Tag erfahren wir allerdings 2 Stunden vor unserer geplanten Abfahrt, dass kein einziger Bus Huaraz in dieser Nacht verlassen wird. Die Mienenarbeiter haben mit riesigen Felsbrocken eine Blockade auf der Hauptstrecke errichtet. Kein Auto kann passieren. Wir finden uns damit ab, dass wir noch einen Tag laenger bleiben muessen. Leider verstreichen die üblichen 48 Stunden, die ein solcher Streik normalerweise andauert. Die Busse fahren auch am nächsten Tag nicht nach Lima. Keiner weiss wann es vorbei sein wird und es gibt schon einige Touristen, die z.B. ihren Flug von Lima nach Hause verpasst haben.

Um die Wartezeit zu ueberbruecken, macht sich Marten am nächsten Tag auf zur Lagune Churup.

Allein in den Bergen

Bergidyll

Morgens geht es mit einem ueberteuerten, weil leerem Colectivo nach Llupa (3600 m.). Zuegig wandere ich, ohne auch nur eine Menschenseele zu treffen, zur Lagune Churup (4450 m.) mit ihrem mystisch tiefblau bis schwarzem Wasser. Darueber leuchtet der Gletscher der Nevada Churup (5400 m.). Die magische Anziehungskraft dieses Berges treibt mich weiter in die Hoehe.

im Hintergrund Nevada Churup

Nach 30 Minuten erreiche ich eine weitere Lagune dessen Wasser in tuerkisfarbenem Blau erstrahlt. In meinem Kopf hat sich mittlerweile die wahnwitzige Idee festgesetzt die Nevada Churup zu besteigen. Ohne erkennbaren Weg stapfe ich durch ein steiles Geroellfeld dem Gletscher entgegen. Die absolute Stille dieser Bergwelt wird nur durch das beunruhigende Knarzen und Knacken des Gletschers durchbrochen.  Ein bisschen mulmig wird mir schon. Mittlerweile haenge ich rechter Hand, oberhalb des Gletschers in einer steilen Felswand und weiss weder vor noch zurueck, waehrend immer wieder Fussballgrosse Geroellbrocken ins Tal rauschen. Von unten sah der Weg noch etwas leichter aus, nun muss ich an glatten Felswaenden emporklettern.

Die Churup Lagune

Knapp 200 Meter unterhalb des Gipfels sehe ich ein, dass ich umkehren sollte. Alleine und ohne erkennbaren Weg einen solchen Berg in Angriff zu nehmen war eine Wahnidee. Eilig mache ich mich an den Abstieg. Das letzte Colectivo um 16 Uhr scheint ausser Reichweite.

Gletscherfeld unterhalb des Gipfels

Die Alternative laufen oder per Anhalter auf einer nicht gerade verkehrsreichen Strasse? Gegen 17 Uhr erreiche ich Llupa. Ploetzlich sehe ich weit enfernt ein weisses Gefaehrt die Strasse Richtung Tal herunterzuckeln, ein Colectivo, Gott sei Dank. Ich nehme meine mueden Beine in die Hand und laufe los. Im vollgestopften Colectivo geht es zusammen mit zahlreichen auf  traditionelle Weise gekleideten Frauen nach Huaraz.

Um 18 Uhr abends kommt Marten mit dem letzten Colectivo nach Huaraz zurück. Die Lage hat sich noch nicht verändert. Wir fragen stündlich nach, ob ein Bus faehrt. Plötzlich heisst es, die Strassen sind einigermassen geräumt und ein Busunternehmen will fahren. Alle Touristen und Einheimischen, die auch die ganze Zeit in Huaraz stecken geblieben sind, machen sich auf den Weg zum Buero von Movil Tours um ein Ticket zu erwerben. Nach einer Stunde in der Schlange bekommen wir auch endlich eines. Glücklich koennen wir spaet in der Nacht den Ort endlich verlassen und uns auf den Weg nach Lima machen.

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Schlingerpartie in Chachapoyas, Fischer in Huanchaco, altes Gemaeuer in Trujillo (24.10. – 02.11.)

Chachapoyas

Kurvenreich geht es mit dem Bus ueber Nacht in das auf 2335 m gelegene Chachapoyas. Trotz der Lage in den Bergen und einer beträchtlichen Entfernung zum Dschungel ist dieser Ort die Hauptstadt der Provinz Amazonas.

Plaza de Armas in Chachapoyas

Gocta

Gocta, mit wenig Wasser

Unser erster Trip führt uns zu einem Wasserfall, welcher mit 771 m der dritt höchste der Welt ist. Durch ein schönes Tal wandern wir zum Fuss des Wasserfalls, wo uns ein Sprühregen und eine eiskalte Badestelle erwartet.

Da die Regenzeit gerade erst begonnen hat, kommt unten nicht mehr allzu viel Wasser an. Trotzdem beeindruckend.

im Sprühregen

Gran Vilaya Trek

Tag 1

Am nächsten Tag wagen wir uns auf einen viertägigen Trek. Unser erster Stopp ist im Pueblo de los Muertos.

Leben am Abgrund, im Pueblo de los Muert0s

Es handelt sich dabei um eine Siedlung aus der Pre-Inka Zeit direkt an eine Felswand gebaut, von der aus man einen unglaublichen Blick auf das darunterliegende Tal hat. Nach einer kurzen Wanderung geht es weiter mit dem Auto.

Die Strasse wird immer schlammiger und auf einmal drehen die Reifen durch. Wir schlingern gefährlich durch die Gegend, sodass uns nun nichts anderes übrig bleibt als zu Fuss weiter zu gehen. Die Einheimischen waten barfuss durch den Matsch und unsere Schuhe sind in kürzester Zeit vom Schlamm verdreckt und unglaublich schwer.

Blick vom Ort in das Tal

Unser Auto steckt fest

Steinfiguren im Felsen

Endlich erreichen wir unser Ziel die Sarcofagos Karajia. In einer Felswand befinden sich mysteriösen Steinfiguren, in welchen die Führer der Kultur Chachapoyas bestattet wurden.

LKW in Schwierigkeiten

Auf dem Rückweg sehen wir einen Lastwagen, welcher durch die schlammige Strasse in gefährliche Schieflage geraten ist. Ein Traube von Menschen versucht diesen wieder zurück auf die Strasse zu bugsieren und weitere beaeugen das interessante Spektakel.

trifft man häufig unterwegs...soooo süss!!!

Durch den Nebel bahnt sich nun unser Fahrer den Weg zum Valle Huaylla Belen. Dort angekommen, waermen wir am Lagerfeuer erstmal unsere Glieder, da es mittlerweile bitterkalt geworden ist. Auch der typische Wein und Zuckerrohrschnaps der Einheimischen helfen uns wieder warm zu werden und danach im Schlafsaal gut einschlafen zu koennen.

unglaublicher Blick auf das Tal (Valle Huaylla Belen) bei der Ankunft

Hier wird das Lagerfeuer in der Huette gemacht, wenn´s regnet

Tag 2

Los geht es mit der Wanderung im Tal

Durch das saftig grüne Tal geht es am nächsten Morgen in Richtung der Ruinen von Gran Vilaya. Auf dem alten Pfad der Chachapoyas geht es in den Dschungel. Mittags erreichen wir die Ruinen, welche mitten im wuchernden Urwald verborgen sind und bisher völlig unerforscht sind.

Ruine der Chachapoyas im Dschungel

Dschungel in den Bergen

typische Küche im Dschungel von Peru

Danach geht es nur noch steil bergab nach Congon, in den Dschungel zu unserer nächsten Bleibe. In der Küche werden immer noch auf  traditionelle Art Cuys (Meerschweinchen) gehalten, welche ein Quitschkonzert veranstalten, wenn man ihnen zu nahe kommt. Der Herd wird noch mit Holz befeuert und der ganze Ort besitzt nur ein Telefon, welches in unserer Herberge untergebracht ist. Bekommt jemand einen Anruf wird dieser ueber eine Lautsprecheranlage darüber in Kenntnis gesetzt.

Blick von der Veranda unserer Herberge

drei Geschwister bei der Fütterung

Tag 3

Pause auf dem Steilen Weg zum Pass

Heute geht es früh los. Gegen sieben Uhr wandern wir bereits los, wobei ein Teil unserer Gruppe die heutige Strecke auf dem Ruecken von Maultieren zurücklegen wird. Zunächst geht es an einem Flusslauf gemaechlich bergauf. Nach der ersten Pause wird es dann richtig steil. Mithilfe unserer Vierbeiner und fuer die, die zu Fuss weiter muessen mithilfe zahlreicher Coca Blaetter zwischen den Backen, geht es hinauf. Durch nebligen Urwald stapfen Mensch und Tier dem höchsten Punkt auf 3300 m entgegen. Gestartet waren wir bei 1800 m. Oben angekommen bietet sich ein grandioser Ausblick. Weit entfernt koennen wir die Festung Kuelap, unser Ziel fuer den nächsten Tag ausmachen. Gegen halb fuenf erreichen wir nach 30 Kilometer Wanderung und knapp 2000 Hoehenmetern Choctamal . Nach einer Eisdusche im Fluss sind die Beine wieder entspannter.

Weiter krabbeln wir den Berg hoch

Geschafft...wir sind oben!!

Tag 4

Königlicher Eingang von Kuelap

Der nächste Tag wird nicht besonders anstrengend, da es zunächst mit dem Auto zur Ruine Kuelap geht. Insgesamt drei Stunden erkunden wir die Festungsanlage des Chachapoyas Volkes. Die Inkas benoetigten rund zwanzig Jahre, um dieses Volk unterzujochen, da die Festung aufgrund ihrer strategisch gut gewählten Lage äusserst schwer einzunehmen war. Nur durch das Kappen der Versorgungswege und der Plünderung der im Tal gelegen Bauern gelang es den Inkas schliesslich, die als exzellente Baumeister bekannten Chachapoyas zu besiegen.

Runde Haeuser waren typisch fuer die Chachapoyas Kultur

Haus mit ursprünglichem Dach

(Der Ausdruck „Inkas“ ist eigentlich falsch, da nur der Führer dieses Volkes „Inka“ genannt wurde. Eigentlich handelt es sich bei dieser Gruppe um die Quechuas. Da aber alle hauptsächlich etwas mit dem Begriff Inkas verbinden koennen, bleiben wir einfach dabei.)

Noch in der selben Nacht geht es weiter in Richtung Kueste nach Trujillo und weiter nach Huanchaco.

Huanchaco

Fischer hat Tourist gefangen

An diesem Küstenort lassen wir es erstmal langsam angehen. Doch auch hier gibt es wieder zahlreiche Ruinen aus der Pre-Inka Zeit. Das alte Gemäuer muss erstmal warten, bevor wir es besuchen, da wir erstmal etwas Entspannung brauchen. Wir beobachten wie die Fischer auf ihren traditionellen Schilfbooten an diesem Feiertag lieber Touristen aufs Meer schippern als Fische zu fangen. Ist wahrscheinlich einträglicher.

Waermflaschenhund in der Wueste!?

Am nächsten Tag geht es los zur Huaca del la Luna, eine weitere Pyramide aus Lehmziegeln, welche im Moche-Tag liegt. Es handelte sich dabei um das religiöse Zentrum der Moches, wo alle wichtigen Zeremonien durchgeführt wurden. Gegenüber liegt noch die Huaca del Sol, eine weitere Pyramide aus Lehmziegeln, welche das Zentrum der Administration der Moche dargestellt hat. Doch diese befindet sich noch in der Erforschungsphase und ist daher nicht fuer Touristen zugänglich.

Gruppe von Touristen meditiert auf "heiligem Platz" in Chan Chan

Zur grössten und ältesten Lehmziegelstadt der Welt, welches ein Weltkurturerbe ist, geht es am darauffolgenden Tag. Vom Colectivo werden wir an der Strasse mitten in einer Wuestenlandschaft ausgespuckt. Auf einem staubigen Weg stapfen wir in Richtung Chan Chan. Es ist unglaublich heiss und fuehlt sich definitiv nach Wueste an. Die Stadt der Chimú bestand aus zahlreichen Plaetzen auf denen Zeremonien abgehalten wurden, die Wege dazwischen sind labyrinthartig angeordnet und wir koennen wieder nur einen ganz kleinen Teil besichtigen. Leider ist Peru ein armes Land und vieles wird weiterhin von Wind und Regen zerstört, da keine Schutzvorrichtungen angebracht werden. In dieser Stadt haben damals ca. 60.000 Menschen gewohnt. Unglaublich viel fuer die damalige Zeit (ca. 1300 n.Chr.).

Peruanerinnen sind irgendwie alle kleiner als Anna

Nachdem wir den Sonnenuntergang bei ein paar Drinks mit einem Peruaner, den wir kurz vorher im Restaurant kennengelernt hatten und der in New York studiert, geniessen, nehmen wir den Nachtbus nach Huaraz (Cordillera Blanca).

geiler Sonnenuntergang mit guten Getraenken


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Mancora, Chiclayo, nette Diebe (16.10. – 23.10.)

Mancora

Nach dem kurzen Aufenthalt in Guayaquil (ein andere Tourist hat uns seine Geschichte von einem brutalen Überfall erzählt, was uns dazu veranlasst hat, einfach direkt nach Peru zu fahren) nehmen wir das erste Mal einen dieser Luxusbusse, von denen wir schon so viel gehört haben, Richtung Mancora, Peru. Unglaublich wie super die Busse hier sind, verglichen zu Europa!!

An der Grenze warten wir 2,5 Stunden, bis alle 40 Reisenden (!!!) einen Ausreisestempel in ihren Pass bekommen haben. Ecuador ist doch eher ein langsames Land. Wir bekommen Abendessen von einer Busstewardess gereicht und schauen dazu Inception auf Englisch!! Wir waren bis jetzt doch etwas anderes Reisen gewohnt.

Fischerboote in Mancora

Blick aus unserer Haengematte vor unserem Bungalow

In Mancora schlafen wir die erste Nacht im Partydistrikt, was wir am nächsten Tag gleich als Anlass zum Umzug in ein super Hotel mit Swimmingpool nehmen. Einfach himmlisch zum Relaxen nach soviel Stress auf den Galapagos Inseln. Am nächsten Tag geht es zum Whale Watching.

Das linke kleine mit Mensch ist unseres

Mit einem kleinen Fischerboot geht es raus auf die unglaublich ruhige See. Eigentlich handelt es sich eher nicht wirklich um ein Touristen-Boot, aber da der Manager des Hotels den Ausflug organisiert hat und uns auch begleitet, haben wir einen ziemlich guten Deal gemacht. Ein Brasilianer steigt nicht ein, da er Angst hat zu ertrinken. Wir fahren los und hoffen auf die ersten Wale. 10 Minuten, 20, 30, 1 Stunde, 2 Stunden und wir haben noch nichts gesehen.

ganz viele Delphine!!!

Langsam verlieren wir die Lust und finden uns damit ab, heute nichts zu sehen. Doch auf einmal tauchen hundert Delphine am Horizont auf, die direkt auf uns zu schwimmen und hüpfen. Kurze Zeit später, sehen wir zwei riesige Buckelwale im Hintergrund aus dem Wasser springen. Unglaubliches Erlebnis, da wir relativ nahe an die Tiere herankommen.

Sonnenuntergang in Mancora

kranker Marten mit Tröste-Katze

Leider war dies schon das einzig positive an Mancora, da Marten am Tag darauf krank wurde. Anna konnte in der Zeit einige Buecher in der Hängematte durcharbeiten und war bei einem sehr netten pensionierten Seemann aus Muenster und seiner sehr freundlichen Frau aus Lima Kaffee trinken, aber ansonsten haben wir die Tage weiter nichts erlebt.

Chiclayo

Grab von Señor de Sipan

Als es Marten wieder besser geht, machen wir uns auf den Weg nach Chiclayo. Dort besuchen wir unsere ersten Ruinen in Peru!!! ein gewisser Señor de Sipan wohnte dort früher in der Naehe und hat sich mit seinem ganzen Gold in einer Pyramide beerdigen lassen. Er gehörte zur Moche Kultur.

Die Dreckhaufen sind tatsächlich alte Pyramiden

Da Peru allerdings nicht so viel Geld hat, sind die Ausgrabungen sehr langsam. Sie finden immer wieder neue Graeber mit Schätzen und auch die Absicherungen gegen Zerstörungen durch Grabräuber bzw. Wind und Wetter sind nicht besonders gut. Dadurch werden viele Ruinen, die tausende Jahre alt sind, zerstört.  Desweiteren sehen wir auf ca. 220 ha die größte bekannte Ansammlung von Pyramiden aus ungebrannten Lehmziegeln aus vorkolumbianischer Zeit, die Pyramiden von Tucume. Auch die grösste Pyramide der Welt befindet sich unter den 26 grossen Pyramiden.  Auch sie wurden von der Moche-Kultur erbaut.

Mercado in Chiclayo

Alleine mache ich mich (Marten) spaeter in der absolut untouristischen Stadt Chiclayo auf die Suche nach dem Witchmarket. Bewaffnet mit Kamera in der Hoffnung auf gute Motive begebe ich mich auf den Markt. Dort herrscht das übliche Gedränge und Gewühl. An zahlreichen Staenden wird Obst, Gemuese, und Fleisch angeboten, von Hexenkraeutern und Lamafoeten oder gar Touristen und Polizisten keine Spur. Die  Marktleute scheinen sehr freundlich zu sein und wollen (zum ersten Mal), dass ich Fotos von ihnen mache. Ausserdem verwickeln sie mich in ein Gespräch ueber Claudio Pizarro und Fussball. Ein Ablenkmanoever? Ich ziehe weiter und eine Marktfrau macht mir mit Gesten deutlich, dass ich verschwinden solle, da ich sonst ausgeraubt werde. An einem weiteren Stand raunt mir ein Verkäufer zu „no es seguro“ und ich mache, dass ich aus dem Gewühl herauskomme. Auf meinem Rückweg treffe ich auf drei vermeintlich nette junge Straßenmusiker/Künstler, die mir auf offener Strasse Marihuana anbieten und mich fragen, ob ich nicht ein bisschen mit ihnen spazieren gehen will. Ich lehne dankend ab. Von einem, wohl in Chiclayo wohnenden, Amerikaner wird mir Hilfe angeboten. Er meint er saehe hier nicht viele Ausländer. Letztlich kann ich die drei Jungs abwimmeln und schaffe meine Kamera sicher ins Hotel. Noch nie haben sich die Warnungen des Reiseführers als so wahr herausgestellt.  Denn es hiess, dass Diebe durch nettes interessiertes Auftreten und Gespräche ihre Opfer ablenken. Zum ersten Mal habe ich mich auf unserer Reise unsicher gefühlt. Manchmal ist es doch besser die Kamera im Hotel zu lassen.

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